
Häufige Fragen
Wann ist eine ethische Fallberatung hilfreich?
In komplexen, konflikthaften oder unklaren Behandlungssituationen bei ambulant versorgten Patient*innen, wenn eine Einigung auf ein angemessenes Vorgehen im Sinne des Patienten oder der Patientin nicht erreicht werden kann.
Wer kann eine ethische Fallberatung anfordern?
Patient*innen und alle in der Betreuung engagierte Personen – insbesondere (Haus-)ärzt*innen, Pflegende, Angehörige oder Seelsorger*innen.
Die Mitglieder des NEG stehen für Anfragen aus der Stadt und dem Landkreis Göttingen, aber auch aus angrenzenden Regionen in Nordhessen und Thüringen zur Verfügung.
Wer sollte bei einer ethischen Fallberatung dabei sein?
In der Regel alle an der Betreuung Beteiligten. Die Moderation übernehmen zwei unabhängige und speziell geschulte Mitglieder des Netzwerkes.
Wie und wann wird eine ethische Fallberatung organisiert?
Eine Fallberatung wird je nach Dringlichkeit ein bis sieben Tage nach Anfrage, häufig beim Patienten oder der Patientin zuhause bzw. in der Pflegeeinrichtung, durchgeführt.
Die Organisation der Teilnahme aller relevanten Personen übernimmt der Antragsteller.
Wie ist der Ablauf?
Je nach Anlass wird die Fragestellung telefonisch oder aber durch eine Fallberatung geklärt.
- Gemeinsam wird die Situation analysiert,
- ein Lösungsvorschlag erarbeitet,
- ein Protokoll über die Vereinbarung erstellt und
- anschließend schriftlich allen Beteiligten zur Verfügung gestellt.
Selbstverständlich werden alle Informationen vertraulich behandelt und die Dokumentation erfolgt anonymisiert .
Wie stellt man den Kontakt zum „Netzwerk Ethikberatung“ her?
Sie können uns per e-mail unter neg@gwdg.de oder telefonisch erreichen:
- 0551-307023-20 bei der Bezirksstelle der Ärztekammer Göttingen in der Zeit von 8:00 - 12:00 h.
Die dortige Sachbearbeiterin leitet dann die Anfrage an uns weiter. - 0551 39-35343 bei der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM) e.V.:
Sophia Bröchtel (broechtel@aem-online.de) leitet Ihre Anfragen weiter.
Was kostet eine ethische Fallberatung?
Sie ist kostenfrei.
Spenden sind willkommen! Auf Wunsch erhalten Sie eine Spendenquittung.
Aktuelles & Veranstaltungen
Zwangsmaßnahmen in der Palliativversorgung? – Ethische Konflikte im Spannungsfeld von Autonomie, Fürsorge und Gerechtigkeit
Zeit: 14. April 2026, 18:00-19:30 Uhr
Ort: Online (Zoom: Meeting-ID 680 6572 3182)
Die selbstbestimmte Entscheidung von Patient*innen hat ethisch und rechtlich einen hohen Stellenwert. Doch was geschieht, wenn nicht einwilligungsfähige Patient*innen indizierte Maßnahmen ablehnen und sich dadurch gesundheitlich selbst gefährden oder durch ihr Verhalten eine Gefährdung für andere darstellen? Dürfen Ärzt*innen und Pflegekräfte dann gegen den aktuellen, nicht selbstbestimmten Willen handeln? Diese Frage stellt sich in vielen Bereichen der Medizin. Beispiele aus der Palliativmedizin sind der verwahrloste Patient, der in seiner vermüllten Wohnung bleiben möchte, obwohl dort keine angemessene palliative Versorgung möglich ist, oder die psychotische Palliativpatientin, die in ihrem Wahn sich und andere gefährdet.
Der Vortrag beleuchtet professionelle Sorgebeziehungen im Spannungsfeld von Autonomie, Fürsorge und Gerechtigkeit, zeigt die ethischen und rechtlichen Voraussetzungen für Zwangsmaßnahmen auf und diskutiert, inwiefern Zwang mit dem Grundgedanken von Palliative Care vereinbar ist.
Referent: Prof. Dr. phil. Alfred Simon Geschäftsführer der Akademie für Ethik in der Medizin und Vorsitzender des Klinischen Ethikkomitee, Universitätsmedizin Göttingen
5. Netzwerktreffen der Caring Community Göttingen
Dr. Christian Krause-Gründel (langjähriger Hausarzt in Göttingen und Mitglied im Vorstand des NEG) wird, neben einer Vorstellung des NEG selbst, anhand von Fallbeispielen einen praktischen Einblick in die Facetten der Ethikberatung geben.
15.04.2026. 17:00 h, Forum Kirche & Diakonie
Bitte melden Sie sich bis zum 1.4.2025 per Mail mit Angabe der Personenanzahl unter anmeldung@caringcom.de an.
NEG-Mitgliederversammlung mit Gast: Prof. Heidrun Golla, Klinik für Palliativmedizin
Zeit: 29.04.2026; 17:00-18:30 h
Ort: Seminarraum des Instituts für Ethik und Geschichte der Medizin, Humboldtallee 36, 37073 Göttingen
Die Sitzung ist öffentlich. Stimmberechtigt sind nur NEG-Mitglieder: Einladung
Spenden
Spenden richten Sie bitte an:
Sparkasse Göttingen
IBAN DE12 2605 0001 0056 0590 74
BIC NOLADE21GOE



